Die ersten Löschgeräte
Wenn auch der
Gemeindevorstand von Linden die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
befürwortet hatte, so sah er in ihr dennoch eine unliebsame Konkurrenz
zu der eigenen Gemeindelöschmannschaft. Demzufolge fand die junge Wehr
auch bei der Gemeinde keine Unterstützung. Nur der Opfersinn der
Mitglieder und die verständnisvolle Hilfe der Landschaftlichen
Brandkasse Hannover und verschiedener anderer Feuerversicherungen, sowie
weiterer wohlwollender Gönner ermöglichten die Beschaffung von
Feuerlöschgeräten, Ausrüstungsgegenständen und sogar die Beschaffung
eines Spritzenhauses und Steigerturmes.
Die erste Spritze lieferte
der Freiwilligen Feuerwehr der Spritzenfabrikant H. Schmidt & Sohn
in Linden, den dazugehörigen Wagen baute der Hufschmied und Wagenbauer
Brandes aus Linden. Beides zusammen kostete damals 939,- Mark. Außerdem
wurden Leitern, Helme und sonstige Ausrüstungsgegenstände beschafft. So
erreichte die Freiwillige Feuerwehr Linden noch im ersten Jahr ihres
Bestehens trotz aller ihr in den Weg gelegten Schwierigkeiten ihr Ziel.
Der Idealismus und der Opfermut der Bürger erwies sich als stärker.
1878
wurde der dreistöckige Steigerturm an der Wachsbleiche errichtet. 1880
eine tragbare Schiebeleiter angeschafft, 1888 ein neuer Gerätewagen
gekauft, wenig später ein Schlauchwagen und eine neue Spritze in Dienst
gestellt. Im Jahre 1891 mußte der Steigerturm wegen eines Scheunenbaues
am bisherigen Ort auf den Lindener Berg versetzt werden. Am 6. Oktober
1895 endlich überwies der Magistrat der Wehr das neue Spritzenhaus in
der Küchengartenstraße. Mit Hilfe der Stadt und der Landschaftlichen
Brandkasse wurde am 29. Oktober 1897 eine vierteilige mechanische
Schiebeleiter von 22 m in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Linden
gestellt.
Mit der Erhebung Lindens zur Stadtgemeinde am 1. April 1885
war im Feuerwehrwesen und im Verhältnis zur Freiwilligen Feuerwehr ein
erfreulicher Wandel zum Besseren eingetreten. Der damalige Bürgermeister
Georg Lichtenberg hatte volles Verständnis für die Feuerwehr und
gewährte ihr bei Bedarf auch erhebliche Zuschüsse. Die bestehende
Gemeinde-Feuerwehr wurde neu organisiert und Städtische Feuerwehr
genannt. Der Name der Freiwilligen Feuerwehr wurde zwecks Vermeidung von
Vewechslungen in „ Freiwillige Turner-Feuerwehr" geändert. Außerdem
wurden zwei Fabrikfeuerwehren gegründet.